Dienstag, 16. Mai 2017

Eye - Poetry # 05 - Die kreative Herausforderung für Mai / Juni


Gestern öffnete sich die Link-Party für Eure kreativen Beiträge zur 4. Ausgabe der Eye Poetry. Wieder war ich so fasziniert über die Spannbreite der Inspirationsvarianten.
Wer noch mitten im kreativen Prozess steckt oder jetzt erst damit startet, hat noch bis zum 14.6. Zeit, sein Werk zu verlinken. Also es lohnt sich, im Lauf der nächsten Wochen immer mal wieder hinein zu schauen und zu staunen.  

Heute aber lassen wir die Stürme des Lebens hinter uns. Den Monat Mai begleitet doch ein Hauch von Romantik und Sehnsucht, somit ist er prädestiniert für ein Liebesgedicht.  Findet Ihr nicht auch?
Dazu fällt Euch doch gewiss etwas ein! Nutzt ruhig die Bandbreite der Möglichkeiten aus, egal ob ihr etwas strickt, stickt, klebt, malt, fotografiert etc..
Aber nun zum Gedicht.

Als Ricardo Eliecer Neftali Reyes Basolato wurde er in Chile 1904 geboren, Wir kennen ihn unter dem Namen Pablo Neruda, ein Pseudonym, das er als Schriftsteller wählte, um Konflikten mit Familienmitgliedern, vornehmlich seinem Vater, aus dem Weg zu gehen.
Seine Tätigkeit als Diplomat und politischer Schriftsteller, führte ihn auch nach Europa und Asien. Der Einsatz für soziale Gerechtigkeit und der Kampf gegen den Faschismus ziehen sich durch sein ganzes Lebenswerk. 1971 erhielt er den Nobelpreis für Literatur. Zwölf Tage nach dem Putsch Pinochets in Chile 1973 erlag er angeblich seinem Krebsleiden. Sein Haus wurde nach seinem Tod vom Militär verwüstet.

Das Gedicht "Die Königin" schrieb Neruda für seine spätere (dritte) Frau Matilde Urrutia.

Die Königin

Ich hab dich zur Königin ernannt.
Größere gibt es, größer als du.
Reinere gibt es, reiner als du.
Schönere gibt es, schöner als du.

Doch du bist die Königin.

Wenn du durch die Straßen gehst,
erkennt dich keiner.
Niemand sieht deine Krone aus Kristall, niemand schaut
den Teppich aus rotem Gold,
den jeder Schritt von dir betritt,
den Teppich, der gar nicht da ist.

Und wenn du erscheinst,
rauschen alle Flüsse
in meinem Körper auf, rütteln
die Glocken am Himmel,
und ein Hymnus erfüllt die Welt.

Nur du und ich,
nur du und ich,
meine Liebe,
hören ihn tönen.

Pablo Neruda


Bei manchen Gedichten habe ich das Gefühl, dass sie erst leben, wenn man sie laut spricht. Auch wenn Ihr des Spanischen nicht mächtig seid, ist  diese kurze Aufnahme dieses Gedichtes, in der Sprache, in der es geschrieben wurde, bestimmt sehr inspirativ.


Am 15. Juni werde ich  nachfragen, was Euch an interessanten Ideen in den Sinn gekommen ist. Vom 15. Juni bis zum 14. Juli habt Ihr dann wieder Zeit zum Verlinken.

Hier noch einmal die Spielregeln:

Eure Möglichkeiten sind weit gefächert, je größer am Ende die Vielfalt, desto interessanter ist es doch.

* Eye Poetry - was ist damit gemeint?
"Lyrik fürs Auge" -  Literarisches für das Auge umgesetzt.

* Idee:
An jedem 16. eines Monats stelle ich ein Gedicht, ein Zitat oder ein kurzes Stück Prosa vor.
Wir haben einen Monat Zeit,  einen ganz persönlichen kreativen Weg zu finden, den Text für das Auge umzusetzen, zu interpretieren und in eine neue, eigene Form zu gießen.
Die Form ist frei. Möglich sind z.B.

- Foto, Fotoserie
- Darstellung in gemalter, gezeichneter, collagierter, gestempelter ... etc. Form
- künstlerische Installation
- Genähtes, gestricktes, gesticktes, gefilztetes etc. Objekt
- Filmchen
- ...

Es gibt keinen falschen oder richtigen Zugang, sondern nur einen ganz persönlichen.
Es geht nicht um Perfektionismus, sondern um kreatives Schaffen, Spaß, Inspiration.
Jeder wählt die Form, die ihm gerade passend erscheint, an der er Spaß hat, wofür gerade die Zeit übrig ist. Und manchmal ist dann vielleicht auch der Zufall im richtigen Moment zur Stelle.

* Vorstellung
Teilnehmen könnt Ihr mit einem eigenen Blog-Posting. Am 15. des Folgemonats verlinkt Ihr die Darstellung Eurer Ergebnisse auf meinem Blog.
(Am besten, ihr sucht für das Thumbnail-Image, das dann hier auf dem Blog erscheint, Euer Ergebnis aus).
Spannend wäre es, wenn Ihr Eure Idee und den Weg dahin schildern würdet. Am Ende sollte auf jeden Fall das  Objekt / Foto/ Bild/ ... stehen mit dem zugrunde liegenden Zitat.

Bedingung ist nur, dass es keine älteren Beiträge sind und/oder die nicht in Zusammenhang mit unserem Projekt erstellt wurden. (Kommerzielle oder Werbung tragende Links sind unerwünscht, da bitte ich um Euer Verständnis).

Gern dürft Ihr diesen Button mit auf Euren Blog nehmen:


Viel Spaß! Wir treffen uns mit unseren Ergebnissen dann hier am 15. Juni wieder!

Kommentare:

  1. Ah! Was für ein schöner, schöner Text! Danke - er wird uns garantiert alle wieder zu wunderschönen Umsetzungen inspirieren! LG. Susanne

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  2. Großartig! Ich liebe Pablo Neruda, seit ich ihn in der Vertonung von Mikis Theodorakis kennen gelernt habe. Sollte einem schon was einfallen...
    ❤️ lichst
    Astrid

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  3. Ich bin mit Neruda und seinen Gedichten seit meiner frühen Jugend vertraut... Eine anregende Aufgabe nun kreativ mit einem seiner Gedichte in Resonanz zu gehen... Lieben Gruß Ghislana

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  4. Ich mag Neruda - vielleicht finde ich ja im Juni Zeit mal wieder dabei sein zu können....
    Lieben Gruß
    Susi

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  5. ...das klingt für mich nach großer Herausforderung, mal sehen, was mir dazu einfällt,

    liebe Grüße Birgitt

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  6. Das Gedicht ist wunderschön und ich habe dazu gleich schon ein Bild vor Augen. Hoffentlich schaffe ich es, es noch rechtzeitig umzusetzen. Danke für diese wunderbare Idee.
    Schöne Grüße
    Kristin

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  7. Als ich gestern das Gedicht gelesen habe, habe ich direkt einen Post dazu verfasst, liebe Andrea. Doch heute kommt es mir gar nicht mehr passend vor.. da muss ich wohl doch nochmal drüber nachdenken. Zu Kafka ist mir immer noch keine zündende Idee gekommen.. es hilft alles nichts.. mich muss wohl erst noch die Muse küssen ;)) Ganz liebe Grüße und ein schönes Wochenende, Nicole

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  8. Hallo Andrea,

    fein, absolut fein, das gefällt mir sehr.

    Da bin ich wieder dabei.

    Neruda und ein sehr schönes Gedicht, ein Meister der Worte.

    Lieben Gruß Eva

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  9. inzwischen hab ich den text schon mehrfach gelesen, aber es hat noch überhaupt nichts gezündet... ich leg mir das gedicht neben mein bett...
    liebe grüße, mano

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