Samstag, 31. Oktober 2015

Eines grauen Tages Reise...

Der Dämmerungsmond ließ den Tag sanft in Abend und Nacht gleiten. Ein Thema, das uns in dieser Woche begleitete.



Eines grauen Tages Reise in die kurze Glut... (bevor er sich ganz nach Eugene O'Neill in Richtung Nacht bewegte.)


Wenn die grauen Tage an Zahl gewinnen, sollten wir die Schönheit im Grau zu entdecken suchen und daheim im Haus und daheim im Herz ein Licht anzünden.


Bei Katja sind Eure Himmelsblicke auch heute wieder gut aufgehoben.


Freitag, 30. Oktober 2015

Gute Reise, brauner Zwuck

"Du denkst, Hunde kommen nicht in den Himmel?
Ich sage Dir, sie werden früher dort sein als irgendeiner von uns."

Robert Louis Balfour Stevenson (1850 - 1895)

Ashley, Flat Coated Retriever, hier mit 12 Jahren und schon krank

Für sie heute Arvo Pärt...

Pippi Langstrumpfs Motto:  "Die Welt ist voll von Sachen, und es ist wirklich nötig, dass sie jemand findet." teilte unsere Ashley. von Welpenbeinen an. Ob es nun ein verloren gegangenes Handy auf einer hohen großen Wiese war, das sie uns als Junghund mit 7 Monaten brachte, was uns baff erstaunte, oder die unzähligen in den Bodensee geworfenen Wasserdummys,  die sie an verdutzten Enten vorbei paddelnd zuverlässig apportierte. Ach, wie hat sie das Wasser geliebt!

Überschäumende Lebensfreude, Sprünge aus dem Stand, vorwärts, rückwärts um uns herum konnte man erleben, wenn es an Arbeit oder Spiel ging. Ashley ließ alles stehen und liegen, hatte jemand ein Dummy (Apportiergegenstand) in der Tasche. Menschen, die es schafften, ihre Bälle oder Dummys am höchsten und weitesten zu werfen, genossen ihre große Verehrung.

Ashley war ein absoluter Gemütshund. Sie schloss jeden in ihr warmes Herz ein, wenn er sich positiv verhielt (Ihre Küsse waren berüchtigt)   Ihre ganz große Liebe gehörte Kindern, ganz besonders Säuglingen, wie wir erfahren durften. Sie war nicht nur ein toller (ausgebildeter) Therapiehund, sondern auch ein begeisterter Kinderwagenbegleithund, und hätte selbst nachts die Babypflege übernommen, hätte  man sie gelassen. (Man ließ sie nicht, also musste sie weinend vor verschlossener Tür stehen...)

Nähe und Körperkontakt schätzte Ashley so sehr. Sie war bis zuletzt, als ihr die Krankheit die Kraft nahm, ein treuer brauner Schatten, der Ruhe, Gelassenheit und Zuversicht selbst in chaotischen Momenten ausstrahlte. Ein Stein in der Brandung.... Wie tapfer sie dann ihre Krankheit ertrug, bis sie die Beine fast nicht mehr trugen.

Natürlich war das Fressen für sie als Retriever eine große Leidenschaft. Nach anfänglichen Uneinigkeiten, ob etwas verschlungen werden durfte, was draußen rum lag und im Hundesinn noch in die Kategorie Essbar eingeordnet werden konnte, hatte sich irgendwann die Lage entspannt. Geduldig wartete sie in der Küche auf ihre Essenszeit (es lebe der gesunde Rhythmus der Mahlzeiten!) oder auf die Freigabe von heruntergefallenen Köstlichkeiten. Nee, geklaut wurde nicht., da hatte sie ihre Prinzipien. 

Habe ich mich jemals beschwert, dass sie sich mal wieder in gammeligen Fisch, frischem Wildschweinkot, stinkiger Silage u.ä. gewälzt hat? Was gäbe ich drum, sie käme gerade um die Ecke, stolz mit frischem Hundeparfüm.

Fast 12 ½ Jahre hat sie uns begleitet und war stets unser Seelenhund. Nach über einem Jahr Krankheit können wir ihr mit Medikamenten, Akupunktur und Physiotherapie nicht mehr helfen. Zeit loszulassen, auch wenn es so unendlich weh tut.  

Wieder so ein Moment, in dem mir in den Sinn kommt, wie absolut  lächerlich es ist, dass wir Menschen uns als "Krone der Schöpfung" betrachten. Man braucht sich ja nur umschauen, um zu sehen, ob der Mensch in der Lage ist, als gekröntes Haupt die Verantwortung für sich selber und die Natur zu übernehmen.... 


Alle Geschöpfe der Erde fühlen wie wir,
 alle Geschöpfe streben nach Glück wie wir.
 Alle Geschöpfe der Erde lieben, leiden und sterben wie wir,
 also sind sie uns gleich gestellte Werke des allmächtigen Schöpfers - unsere Brüder.


Franz von Assisi (1182 - 1226)



Ade...




Vom Oktober verabschiede ich mich nur ungern, denn sein Farbenreichtum und sein Licht verzaubern mich jedes Jahr aufs Neue.

Abschiednehmen ist leider gerade unser Thema hier im Haus Holunder, deswegen lasse ich heute hier lieber die Bilder für sich sprechen.


Donnerstag, 29. Oktober 2015

12tel Blick im Oktober

Wie prachtvoll und atemberaubend bunt hat sich der Oktober am Bodensee präsentiert. Da laufe ich natürlich gern hinunter ans Seeufer zu meinen beiden Fotostandorten. Sieh an, die Weide legt jetzt auch das Herbstkleid an. Rundherum ist mächtig aufgeräumt worden, viele Boote sind ins Winterquartier umgezogen.


Die Atmosphäre ist entspannt, gechillt...  Als würde die Welt ganz gelassen und ruhig auf dem Zeitenstrom entlang dümpeln.


Alles sieht so friedlich aus, förmlich ein Postkartenmotiv.


Beim zweiten Standort merke ich, dass die Tretboote fort sind. Vorbei ist die Sommerstimmung.


Aber vielleicht wollt Ihr ja auch gar nicht hinaus auf den See und würdet lieber die Möwen beobachten und füttern. Oder auf dem Steg sitzen, die Seele baumeln lassen, einfach innerlich zur Ruhe kommen, die Gedanken frei und mit den Möwen fliegen lassen.


Mich lockt wieder das Boot. Es sieht heute so ungemein einladend aus. Die Ruder liegen bereit... Doch schon packt mich wieder die aktuelle Zeitgeschichte und ich muss an jene denken, die gezwungen sind, in Boote zu steigen, um Gefahr, Bedrohung und Elend zu entgehen.


Den Vergleich über die bisherigen 10 Monate hin, könnt Ihr HIER großformatiger ziehen.


Die Sonne scheint, das Gras ist trocken, als ich schließlich den dritten diesjährigen Fotostandort aufsuche. Das Blattwerk wird schütter, und so schlimm wie es aussieht, ist es auch nicht schade, wenn es der Herbstwind bald mitnimmt.


Irgendwie ist die Gegend dort gerade ungemein bunt. Am grellsten schreit mich das Rapsfeld an. Die Obstbäume im Hintergrund können da nichts mehr entgegensetzen.
Nein, der, der am lautesten schreit, hat nicht automatisch recht... Dem Raps lassen wir es jetzt aber mal unwidersprochen durchgehen.




Am 30. wird Tabea auf ihrem Blog wieder die 12tel-Blicke aller TeilnehmerInnen dieser feinen Aktion sammeln.

Dienstag, 27. Oktober 2015

Goethes Mama, das Pinselohr und die Maroni

Nur noch leere Schalen... Wen hat die große Sammellust überkommen, wer konkurriert beim Einsammeln der feinen Maroni in der Allee der Edelkastanien? Und? Erwischt!

Nein, es bückte sich nicht suchend der gute Herr von Goethe. Der hat sich doch jedes Jahr eine Kiste voll Maroni von seiner Frau Mama schicken lassen und gar in literarische Form gerührt (Buch Suleika, Westöstlicher Divan).

An vollen Büschelzweigen,
Geliebte, sieh nur hin!
Laß dir die Früchte zeigen,
Umschalet stachlig grün.

Sie hängen längst geballet,
Still, unbekannt mit sich,
Ein Ast, der schaukelnd wallet,
Wiegt sie geduldiglich.

Doch immer reift von innen
Und schwillt der braune Kern,
Er möchte Luft gewinnen
Und säh die Sonne gern.


Die Schale platzt, und nieder
Macht er sich freudig los;
So fallen meine Lieder
Gehäuft in deinen Schoß.


Schrieb ich doch hier am Samstag über die DIE Herausforderungen fotografisch ambitionierter Leinenhalter lockiger Hunde, welche eher jagdlichen Neigungen frönen? Derart gebunden Maroninascher fotografieren - im Eichhörnchenrevier ?
Geht doch - und gleich das Pinselohr auf frischer Tat ertappt!





Ups... da war doch noch was...?! Wer kümmert sich denn jetzt um die Maroni auf der Wiese?



Der kleine buschige Wipfelstürmer verzehrt seinen gesammelten Leckerbissen am liebsten roh. Und Ihr?

Egal, ob Ihr Maronisammelglück genossen, Pakete goethescher Mütter ausgepackt habt oder ganz banal Eßkastanien im Laden kauft, vielleicht inspirieren Euch die Rezepte meiner kleinen Maronireihe bei der kulinarischen Verarbeitung. Beim literarischer Verwendung solltet Euch dann eher von Johann Wolfgang v. G. leiten lassen.

Maroniburger Verbandnudelte MaroniMaroni RisottoMaronisüppchenKastanien-Kürbis-Curry






Sonntag, 25. Oktober 2015

Wochenperlen XLIII....

Wir müssen unsern Lebensmut hüten, es ist unser höchster Schatz. 
Gut essen, gut schlafen, das Rechte tun, gute Menschen in unser Herz schließen und 
die Zerstörungslust der andern hindern, 
das erhält den Mut in uns.

Bjørnstjerne Bjørnson



Kleine Schätze der Woche:

* Versteckter Schatz gefunden -  Selbst erarbeitetes Futter schmeckt besonders fein.

* Schatz gepflückt - Was für ein Prachtstück von Fliegenpilz! Freude aller, die durch den kleinen Klinikpark bummelten. Was wird die Dame, die ihn gesterm flugs abbrach damit anstellen? Fliegenpilzsuppe gilt nicht unbedingt als bekömmlich...

* Steiniger Schatz - Geduld, Fingerspitzengefühl, Balance, Kreativität... was für ein Schatz von Fähigkeiten. Stehengelassen als kleines Geschenk für die anderen.  Danke!

* Der kleine Schatz weiß es genau: "Ein Leben ohne Schaukel ist ein Missverständnis." Hugo Kükelhaus (dt. Pädagoge)

* Elementarster Schatz - Beim Anblick des Brunnens gedacht, wie sorglos wir doch mit den wichtigsten Schätzen umgehen: z.B. mit sauberen Trinkwasser

* Roter Herbstschatz - Auch mit 14 Hundejahren weiß man noch genau, welcher alte Obstbaum die leckersten Äpfel trägt. ("Es ist meiner, mein Eigen, mein Schatz." Gollum)

* Goldschatz - "Nicht jeder Schatz besteht aus Silber und Gold." - ganz recht Captain Jack Sparrow, manchmal besteht er aus einfachen dürren Blättern. Aber er wird wenigstens allen zuteil.

* Der Holunder verschenkt gerade den Vögeln noch ein herbstliches Mahl. Was für ein Schatz!


Samstag, 24. Oktober 2015

Himmlische Herbstrunde - Privatvorstellung

An einem nebeligen frühen Morgen in der vergangenen Woche packte ich meinen Hund ins Auto und nahm mir vor, die Morgenrunde auf die Insel Mainau zu verlegen. Wenn schon alles Grau ist, soll es wenigstens rundherum abwechslungsreich sein. Kaum bog ich zur Insel ein, bemerkte ich den goldenen Schein, der sich über ihr bewegte. Morgens gehört ja die Insel mir - und den zahlreichen fleißigen gärtnerisch ordnenden Händen, die hoffentlich auch dieses Morgengold genießen konnten.
Was für ein Licht, was für ein Himmel!



Der Moment war perfekt gewählt für einen himmlischen Herbstspaziergang....


Geht es Euch auch so, dass Ihr Euch an den zauberhaften Laubfarben gar nicht satt sehen könnt?


Nein, hier fällt nicht das Laub ordentlich in Reihen, sondern es wird mit sorgfältigen Rechenstrichen allmorgendlich in Fasson gebracht - in rhythmischen Reihen...  Das mag ich sehr (trotzdem tröten im Hintergrund irgendwelche Laubbläser, die Euch jetzt erspart bleiben).


Über dem See wabern noch Nebelgebilde.



Nein, zum Hinsetzen finde ich es jetzt doch zu frisch. Außerdem hat der lockige Begleiter anderes im Sinn. Der weiß nämlich um die wuselige Nachbarschaft.


Mich locken statt Eichhörnchen doch eher die herrlichen Dahlien. Zeit, ein paar Gehorsamkeitsübungen für den Vierbeiner einzuläuten. Habt Ihr schon mal mit einem Jagdhund (aus altem englischen-finnischen Jagdhundeadel) an der Leine im Eichhörnchenrevier fotografiert? DAS sind die wahren Herausforderungen eines fotografisch Ambitionierten.


Herbstliche Gartenarbeiten sind im vollen Gange, aber da will ich nicht stören.


Wie formenreich und filigran zeigt sich Verblühtes...



Wie verschwenderisch werden die Farbtöpfe umgestoßen. Eine passende Stelle für den Engel im nun (fast) verblühten Rosengarten: Umkränzt von rotem Weinlaub, da kann eigentlich nur noch der nahe Gingkobaum mithalten.



Über ein paar Maronis am Wegrand freue ich mich, den Rest haben schon andere Liebhaber feiner Eßkastanienrezepte gefunden.


Das Laub schreit förmlich nach einem Laubmandala, doch das lassen wir heute mal aus.


Zeit für einen schönen warmen Kaffee zum Znüni.
Als wir ans Festland zurückkehren, senkt sich wieder für längere Zeit der Hochnebelvorhang. Unsere Privatvorstellung ist zu Ende.


Für Katjas Himmelssammlung schwingen wir mal die ganze Woche von Grau zu Blau zu Grau. Hoffentlich hat den Himmelsfreunden die herbstliche Runde gefallen.


(Lottas "Bunt ist die Welt"-Aktion lädt heute zu herbstlichen Spaziergängen ein.
  

Donnerstag, 22. Oktober 2015

Oktoberliches Bodenseegetier

Der frühe Vogel... ist eine Krähe.



Morgendliche Reiherselbstgefälligkeit: Mein See, mein Poller, mein Boot...


Gefiedertes Seeufer-Qi-gong:Hier die Übungen: "Der schwarze Kormoran trocknet seine Flügel" und "Stehen wie ein Reiher" (Ich mache selber Qi-Gong, also darf ich auch drüber grinsen...) 


Ordnungshüter in weißgrauer Uniform


Abends trägt das Bodenseetier Gold im Fell...




Habt es fein...