Dienstag, 31. März 2015

Investition in die Zukunft

Nachdem hierzulande derzeit (übermäßig) viel und grob abgeholzt wird, tut mir der Anblick jedes gefällten Baumes schon richtig weh.

Wie tröstlich war es heute zu sehen, dass auf dieser Wiese beim Fällen überalterter Obstbäume gleich schon junge Bäumchen zum Nachpflanzen bereit stehen.
Wer weiß, ob man irgendwann selber noch die Früchte pflücken oder sich im Schatten dieser Bäume sommers ausstrecken kann.
Das Pflanzen von Bäumen ist immer auch eine Investition in die Zukunft, ein Geschenk an die kommende Generation. Oftmals scheint dieser Gedanke bei der heutigen Waldbewirtschaftung verloren gegangen zu sein.

 

Baumfreunde sammelt Ghislana monatlich auf ihrem Blog. Diesen jungen Roten Boskoop stelle ich jetzt in ihre Reihe. Das ist doch schon mal ein guter Anfang.

Montag, 30. März 2015

12tel Blick im März

Mein erster Versuch, den Märzblick von meinen ausgewählten Standorten einzufangen, schlug fehl. Die Morgensonne blendete und verwies mich auf den Nachmittag, wie ich schon im letzten Monat geahnt hatte. Das wird wohl in den nächsten Monaten so bleiben.

An den beiden Standorten hat sich schon eine Menge getan (zum Vergleich mit den Vormonaten HIER).
Die Weide strahlt förmlich, dafür ist das rote Boot gegen ein weißes vertauscht worden. Wie gemein, wo ich mich doch gerade in dieses Rot verguckt hatte!  


Das schöne Märzwetter wird schon genutzt, es sind schon einige Leute am Ufer unterwegs. Und - was man hier auf dem Foto nicht sieht - ein Dutzend Leute (Einheimische...) steht hinter mir am Steg, schaut mir beim Fotografieren zu und vermittelt mir ein Touristen-Feeling.
Irgendwie mag ich das gar nicht, das stört mich bei der Konzentration auf den richtigen Bildausschnitt. Allerdings sollte ich mich schleunigst daran gewöhnen.


Im Januar und Februar:


Im letzten Monat fielen noch Schneeflocken auf das feine Vogelhaus, jetzt ist es ein Astschatten. Das Himmelsblau passt aber wunderbar zu diesem März. Auf die Veränderungen im April bin ich bei allen Standorten sehr gespannt.


Tabea sammelt wieder sämtliche 12tel-Blicke auf ihrem Blog ein.


Sonntag, 29. März 2015

Wochenperlen....XIII

"Man soll keine Dummheit zweimal begehen, die Auswahl ist schließlich groß genug."

Jean-Paul Sartre



Wiederentdeckt: das Riedgebiet im Wald. Einfach drauf los gehen und sich merken, um wie viele Ecken man gebogen ist.  
Neu entdeckt: Papageientulpen, die bislang noch nicht in meiner Vase standen.

Wiederholt: den Blick auf den morgendlichen Tau, der mich immer wieder fasziniert,
das Staunen über die herrliche Fellfarbe unserer Retrieverseniorin (wie praktisch, sie hat nur einen leicht grauen Bart, dem Rest des Fells bleibt das Ergrauen erspart)
Neu geholt: aus dem Briefkasten: Post der Frühlings-Mailart - das R (von Alex) hat sich zum F gesellt. So schön!



Wiedergesehen: die gelben Frühlingsboten Huflattich und Schlüsselblumen.
Neu gesehen: Details in Oberflächen anlässlich Lottas Fotoaktion "Bunt ist die Welt" 


Könnt Ihr sie alle zuordnen?
Auflösung: (immer von links nach rechts)
Feder, Wasser, Hundezunge / Blatt, beides Baumrinde / Schneehaube auf Parkplatz, Treckerspuren, Stacheldraht / Baumauge / Bearbeitungsspuren auf Baumstamm / Schädlingsspuren im Baum

Samstag, 28. März 2015

In heaven - Stundendiebstahl

Was für ein vielfältiger Frühlingshimmelvorspeisenteller, der diese Woche serviert wurde...



In der Nacht auf den morgigen Sonntag werden mal wieder die Uhren auf Sommerzeit umgestellt. Gehört Ihr - wie ich - auch zu den Menschen, die am liebsten die Zeitumstellung abschaffen würden?
Deren innerer Rhythmus durcheinander gebracht wird? Die am Sinn und Zweck dieser Umstellung ihre Zweifel haben?

Immerhin geht die Sonne jetzt erst später unter, da lässt sich doch etwas draus machen! (Versuch, positiv zu denken...)

Findet die Sonne im Grau.


Spürt der wachsenden Kraft der Sonne in den Momenten nach, in denen sie sich hinter den Wolken verzieht.


Entdeckt die neuen Frühlingshimmelfarben zwischen dem alten Laub wachsen.


Seht der Sonne und dem Himmel beim Bad im Waldteich zu.


Aber irgendwann will ich diese gestohlene Stunde wieder haben!!!

"Uns gehört nur die Stunde. Und eine Stunde, wenn sie glücklich ist, ist viel."
Theodor Fontane

Himmlisches sammelt wieder Katja.
Fränkischer Himmel von Verena und niederösterreichischer von Eva versuchen wochenweise blauer zu sein als der Bodenseehimmel.

Sonntag, 22. März 2015

Wochenperlen....XII


花を飲み 

待つらん人に 
山里の 
雪まの草の 
春を見せばや 

Dem der nur die Kirschblüte 
Sehnlichst erwartet, wie 
Gern zeigte ich ihm 
Im schneebedeckten Gras des Bergdorfs 
den Frühling 

Fujiwara no Ietaka 





Gefreut: über Töchterchens neuen Studienort

Gegessen: Japanisch, sehr lecker, Sushi... 

Gekauft: Erleuchtendes, Schmückendes und Ordnendes beim Schweden

Genossen: blauen Himmel, Sonnenschein, milde Temperaturen

Gesehen: die Farben des Frühlings, überall erwacht die Natur mit aller Gewalt

Gelacht: über Fotos der Lockenmädchen aus den Staaten, die gelegentlich beim Schüsselauskratzen einschlafen... 

Geübt: Qigong, was mir sehr gut tut

Gestaunt: über die Lichtstimmungen während der Sonnenfinsternis

Gefrustet: dass ich mir durch Überbeanspruchung eine schmerzhafte Schleimbeutelentzündung am Ellbogen eingehandelt habe (bitte verzeiht, dass ich dadurch auch weniger bei Euch kommentieren kann...) 

Geschickt: die Wochenperlen an Lottas Aktion "Bunt ist die Welt" - Thema "Die Natur erwacht"

Gelernt: dass Übereifer nur schadet - siehe Ellbogenschmerzen

Gewundert: über die Balance der Steine und die Fertigkeiten des Steinkünstlers (m/w) 



Gedacht: dass die Frühlingspostaktion ja mit einem wunderschönen Auftakt begonnen hat, denn die erste Karte von Tabea, zeigte das Frühlings F in einem feinen Aquarell. Eine herrliche Perle... 








  

Samstag, 21. März 2015

In heaven: blaupause

Was soll man bei einem solchen Himmel noch Kommentierendes von sich geben?


Da bleibt mir wenig Spannendes zu zeigen... Blaupause eben.


Und natürlich Kitschfarbenes zum Abschluss, da mir kein SoFiFoto gelungen ist.



Nur kein Neid, auch bei uns macht das Himmelsblau nun eine Woche Pause.
Ich auch, denn mein übertriebener frühlingshungriger Aktivismus hat mir eine Art Sehnenscheidenentzündung Schleimbeutelentzündung eingebracht, die mich auch ein bisschen schreibfaul werden lässt.

Himmlisches serviert heute wieder Katja. Ihr schicke ich zum Start in den Frühling auch etwas bodennahes Blau.


Zum Vergleich mit dem Bodenseehimmel: der österreichische Waldviertler und der fränkische Himmel. 

Montag, 16. März 2015

Makromontag - Pünktlich


Punkte - genauer gesagt sechs Punkte - die die Welt veränderten.


Das Sechspunkte-Alphabet, die Blindenschrift, entwickelt von Louis Braille (1809 - 1878), der selber im Alter von drei Jahren durch einen Unfall erblindete. Die erhobenen Punktmuster werden von den Fingerspitzen ertastet und somit erlesen.
Eine gute Idee, dass es auf der Insel Mainau einen kleinen Bereich gibt, wo auf praktischen Hochbeeten Pflanzen zu befühlen und beriechen sind, deren Namen dann mit der Brailleschrift gekennzeichnet sind. Hier ist es die Pfefferminze.
Auf den Fotos sind die Schilder noch von morgendlichem Tau benetzt und die Pfefferminze, wie auch die anderen Pflanzen warten noch auf den Frühlingseinsatz.


Leider hat Louis Braille den durchschlagenden Erfolg seiner Erfindung nicht mehr miterleben dürfen.
(Es gibt übrigens ein wunderbares Kinderbuch über Louis Braille von Jakob Streit, das ich nur empfehlen kann.)

MakroMontag ist eine Aktion von Steffi. 

Einen guten Start in die Woche!




Sonntag, 15. März 2015

Wochenperlen....XI

„Wisst Ihr, was das ist? Das ist das Frühlingsfieber. So nennt man das. 
Aber wenn man‘s hat, dann will man – ach, man weiß nicht, was man genau will,
aber es tut einem das Herz weh, so sehr sehnt man sich danach!“
Mark Twain 


Frühlingsindizierte Beobachtungen dieser Woche:
- Auftauchen der allerersten Buschwindröschen
- Allerorten Durchbruch von wachstumswilligen Trieben aus dem Erdreich
- Eisfreie Gewässer mit Neigung zu impressionistischen Stimmungen
- Wasservögel in aufgeweckter Stimmungslage
- Eröffnung der Schwimmsaison für Hartgesottene
- Heftige Frühlingsfieberanzeichen bei durchgeknalltem Wasserapportierhund
- Huch - es tauchen plötzlich freilaufende Menschen im Wald auf... Die Winterschlafphase scheint vorbei.

Und Ihr? Schon im Frühlingsfieber?  




Samstag, 14. März 2015

Samstagskaffee - Blümchenkaffee

Jeder Schrank, jede Schublade, jedes Regal wird in diesem Monat von mir daheim durchforstet, auf der Suche nach überflüssigem Ballast. Wie viel sich in den letzten Jahren angehäuft hat an Dingen, die wir gar nicht mehr brauchen... oder die sich an anderer Stelle doch noch mal neu bewähren können...

Und wenn wir schon beim Thema Samstagskaffee sind - der gerade aus der Kaffeemaschine in meine Tasse läuft -, dann bekommt der gute alte Kaffeefilter aus dem allerhintersten Fach des Küchenschrankes einen frühlingshaften Stups.


Etwas unbeschwerter von materiellen Dingen, lässt sich bestimmt auch besser Balance finden. Das hoffe ich ganz fest.


Heute bin ich mal wieder bei Ninjas Kaffeerunde dabei und stelle meinen Blümchenkaffee dazu.


In heaven - Blau bis zum Abwinken

Fast schon trunken vom Blau konnte man hier am See werden...
Der Sonntag (2. Schnitt) zeigt sich nur deshalb so blässlich, weil ich erst kurz vor Sonnenuntergang an das Fotografieren dachte. (Vergleiche mit dem fränkischen Himmel und dem Waldviertler Himmel über Österreich können kaum mehr Blau bringen als der Bodenseehimmel, oder?)



Dramatisch wurde es höchstens mal am Abend.


Momentan scheinen die Schwäne in Fluglaune zu sein. Freundlicherweise kündigt sich ihr Flügelschlagen laut genug an und die Fluggeschwindigkeit befindet sich im gemäßigten Bereich. Zeit genug, nach der Kamera zu suchen.
Wenn ich sie am Ufer wegen ihres aggressiven Gehabes nicht so wirklich schätze, so mag ich die Schwäne elegant im Wasser schwebend oder in der Luft rudernd doch gerne.
Außerdem taugt so ein monotones Blau ohne Dekoration auf die Dauer nicht als Fotomotiv.
Nein, es sind vermutlich nicht dieselben Schwäne wie letzte Woche. Der Frühling reizt zum Paarflug.


Und selbst die Stadt kleidet dieses Blau ausgesprochen gut. Also von mir aus darf das die Modefarbe des Frühlings werden.


Mal bei Katja schauen, ob der Himmel anderswo andere Farben trug.

Donnerstag, 12. März 2015

12 von 12 im März

Mein buntes Puzzle des 12. März...

Richtig wach werde ich ja immer erst auf der morgendlichen Hunderunde, die wir heute direkt ans Seeufer gelegt haben, was zur inneren und äußeren Balance beigetragen hat.


Auf Schleichwegen bin ich dann in die Stadt gefahren, entweder man wählt Umwege oder man staut sich in die Stadt - letzteres liegt mir gar nicht... Durchs Tor war ich in die Stadt geschritten und habe vor dem Biomarkt bemerkt, dass heute mal nicht mein, sondern ein anderer Hund draußen warten muss.
Ein ausgedehnter Besuch in der Zeichenbedarf- und Schreibwarenabteilung stand auch an, denn das Mailart-Projekt wartet bereits.  


Beim Friseur galt es, vertrauensvoll ein Umstyling anzugehen (nein, ohne Heulen, wir sind ja hier nicht bei GNTM). Bevor die liebe Tochter Richtung Zürich zum Museumsbesuch fährt, wird noch schnell einen kleine Stärkung eingenommen, da das Mittagessen zugunsten des Friseurtermins ausgefallen war. 


Bevor die abendliche Hunderunde im Wald gestartet wurde, habe ich schnell mal eine Glasflasche zur Vase umgewidmet. Die Versuchung der pinken Ranunkelpause war doch zu groß...



Während Blauäuglein fit durch den Wald gegangen ist, macht das alte Retrievermädel Sorgen. Da werde ich wohl heute noch mal tierärztlichen Rat einholen müssen.
Die Chancen auf einen tollen Sonnenuntergang stehen gut - aber zuerst wartet die Küche auf mich... (siehe fehlendes Mittagessen...)


Verlinkt wie immer bei Caro. 

Märzliebling

Heute ist der 12. des Monats März. Also bin ich gerade eben mit der Kamera unterwegs, um meine zwölf Fotos des Tages einzufangen.

Meinen Märzliebling habe ich aber schon am Montag nach langer Suche endlich gefunden! Den Märzenbecher! Jetzt kann es wirklich Frühling werden!
Sorry, wegen des Blümchenbeitrags, aber irgendwie haben die ersten Frühlingsboten immer einen ganz besonderen Zauber... Geht Euch das auch so? (Brauche ich zu erwähnen, dass bei uns in der Wohnung einige Töpfe mit Traubenhyazinthen, Narzissenarten und Hyazinthen um Aufmerksamkeit buhlen?).





Wem das alles zu schnell geht, kann ja eine Reise nach Vermont unternehmen. Dort kann man problemlos noch Schneehöhlen bauen.
Ab April wird sich dann aber bestimmt der Frühling durchsetzen... (April showers bring May flowers...). Zumindest hat das vorsichtige Tauen schon begonnen.


Wir sehen uns nachher...

Dienstag, 10. März 2015

Wer bloggt denn da? Astrid von "Le Monde de kitchi"

Dass Astrids Blog "Le Monde de Kitchi" ein Kölner Pflänzchen ist, sieht man spätestens in der Karnevalszeit, in der sie es schafft, auch mich als Fasnachtsmuffel ins Staunen zu versetzen. Astrid zaubert aber nicht nur mit Stoffen, Nadel und Faden Wunderschönes. Mit ernsten, politischen Themen regt sie ihre Leser zum Nachdenken und Handeln an. Man merkt, dass so spannende und inspirative Themen, wie z.B.  interessante Frauen der Zeitgeschichte, ihr am Herzen liegen.
Ich freue mich sehr, dass sie sich die Zeit genommen hat, meine Fragen zu beantworten. Danke, liebe Astrid!

1.     Erzählst Du uns ein bisschen von Dir? Was machst du so, wenn Du nicht bloggst?

Inzwischen bin ich ja Pensionärin und kann mir meine Zeit weitgehend selbst einteilen. Ich kümmere mich regelmäßig um meine Familie (Tochter, Enkelin vor Ort, meine Eltern in Bad. Sibirien), besuche Museen, gehe in Konzerte, vorzugsweise momentan in Jazzkonzerte, nähe sehr viel, gärtnere weniger als früher, treffe mich mit meinen Karnevalsfreunden und verreise ab und an gerne in Städte Europas und habe inzwischen einen regen Mailkontakt zu anderen Bloggerinnen, die ich persönlich kennengelernt habe.


2. Wie kommt Dein Blog zu seinem Namen? 

„Kitchi“ heißt ein Plüschreh, das meiner Tochter gehört. Als ich seinerzeit einen Namen für mein Kindermodenlabel gesucht habe, war das Ergebnis "Le monde de Kitchi", denn meine Tochter ist mit einem Franzosen verheiratet, und wir haben alle auch sonst eine starke Bindung an das Land. Da ich den Labelnamen mochte, und mein Blog ursprünglich sich nur ums Nähen drehen sollte, habe ich die Bezeichnung für das Blog übernommen.


3.    Wie hast Du zum Bloggen gefunden und worüber bloggst Du am liebsten? Spontan oder geplant?

Ich nähe seit meinem 15., 16. Lebensjahr mit immer größeren Pausen dazwischen.
2008 habe ich wegen eines Karnevalskostümes wieder zum Nähen gefunden und bald, da es in Köln kaum noch Stoffgeschäfte gab, nach Stoffen im Internet gesucht. Da fand ich bei einem bekannten Stoffhändler  Hinweise auf das Blog von Sanna/Bunte Nadel, klickte den Link an und mir tat sich eine wunderbare Welt lauter Nähbegeisterter auf. Ich war überwältigt, was sich auf diesem Gebiet getan hatte, seit ich sie vor  17 Jahren verlassen hatte ( da hatte ich eine Leitungsfunktion in meinem Brotberuf übernommen und das Entwerfen & Nähen von Kinderkleidung für ein kleines Kindermodelabel aufgegeben ). 
Ich kaufte mir im Jahr darauf eine Overlockmaschine und eine Stickmaschine, nachdem ich unerwartet Gelder aus einer Lebensversicherung bekommen hatte, und nähte wieder für Kinder, diesmal für die vier Enkel und die eine kleine Nichte, die wir inzwischen bekommen hatten.
Einen eigenen Blog habe ich dann 2012 an einem verregneten Sommerferientag eingerichtet, als ich Langeweile hatte und einfach herumprobiert habe. Ich war positiv überrascht, wie leicht das Einrichten war, und hatte nach zwei Tagen 15 Leser und bekam Kontakt zu anderen Nähbloggerinnen. Da hatte ich „Blut geleckt“.
Inzwischen hat sich alles in eine andere Richtung entwickelt, als Nähblog sehe ich mich nicht mehr. Dafür habe ich viele interessante andere Kontakte, auch im realen Leben, über das Bloggen bekommen, die mich sehr anregen und viele andere, alte Leidenschaften wiedererweckt haben.



4.    Du wohnst in Köln, stammst aber aus „Badisch Sibirien“. Wie würdest du den Begriff Heimat verorten, was bedeutet sie Dir? Könntest Du Dir vorstellen woanders zu leben?

Wenn die Sommer hier zu heiß sind, dann denke ich immer, ich sollte ans Nordkapp auswandern, denn im Norden Norwegens fand ich es toll. Aber das ist nicht so ganz ernst gemeint.


Köln ist sicher mein „zo Huus“ geworden nach den 38 Jahren, die ich hier lebe. Irgendwie macht es einem die Stadt leicht ( auch wenn ich sie weitgehend hässlich finde ), sich hier heimisch zu fühlen. Außerdem habe ich hier im innerstädtischen Bereich ein ganz wunderbares Refugium mit meinem Mann gefunden in einem „Veedel“, das ein bisschen wie ein Dorf funktioniert ohne die grässliche soziale Kontrolle, wie ich sie aus dem Dorf meiner Kindheit kenne.



Und damit wären wir bei Badisch Sibirien, wo ich geboren bin...
Kurioserweise kommt mir diese alte Heimat wieder näher, seit ich auch dorthin Blogkontakte habe und sie mit fremden Augen sehen kann. Außerdem bin ich nun jeden Monat dort, seit meine Eltern pflegebedürftig geworden sind.

5.    Verrätst Du uns deine Lieblingsstelle in Köln?

Der Dom, der Dom und noch mal der Dom – ein magischer Ort! Gerne bin ich auch am Rhein, besonders auf der „Alten Liebe“ im Süden der Stadt, im Stadtwald, in den Museen und den dazugehörigen Cafés.


6.    Du präsentierst uns immer wieder wunderschöne Näharbeiten. Wie bist Du zum Nähen gekommen?

Ich habe, wie schon gesagt, als Teenager begonnen zu nähen, weil ich mir damals die Mode nicht leisten konnte, wie sie die höheren Töchter in meiner Privatschule trugen. Mit einer Freundin, die in einer ebensolchen Situation war, habe ich angefangen. Das war bei der damaligen Mode auch nicht so schwer, und die Zeitschrift „Brigitte“ brachte alle vierzehn Tage einen tollen „Schnellen Schnitt“ heraus. Meine Mutter zeigte mir das Nähen mit der Maschine, obwohl sie selber nie nähte.




7.    Du inspirierst nicht nur mit Nähprojekten. Ganz besonders gefällt mir Deine neue Serie „Great Women“. Was bedeutet sie Dir? 

Auch zur Beschäftigung mit Malerinnen bin ich durch die „Brigitte“ gekommen, in der Gottfried Sello damals immer eine Künstlerin in Wort und Bild vorstellte. Zwar in einem sehr kunstaffinen Haushalt groß geworden, hatte ich aber keine Kenntnis von all den tollen Malerinnen, die es in der Kunstgeschichte auch gab, die aber nicht in den Museen vertreten waren, in die mich mein Vater mitschleppte.
Ein Übriges tat dann die Frauenbewegung in den Siebziger Jahren, durch die immer mehr großartige Frauen wiederentdeckt wurden. Da ich außerdem gerne Biografien lese, habe ich meinen Horizont stetig erweitert, eine Sammlung von Kunstbüchern angelegt, mich durch Anregung von außen mit Komponistinnen bekannt gemacht, und so hat eins das andere ergeben. In den letzten Jahren habe ich meine Privatforschungen dann zugunsten anderer Aktivitäten eingestellt, bis Barbarabee mein Interesse wieder vor ein paar Monaten durch ihre Reihe reaktiviert hat...
Da habe ich gemerkt, dass es mir irrsinnig viel Spaß macht, mein Wissen schriftlich zusammenzufassen. Ich feile unheimlich gerne an diesen Posts.
Die Skulpturen sind übrigens von meiner Nachbarin, für die ich auch schon Modell gestanden habe:


8.    Das Jahr hat gerade das Laufen gelernt. Was wünscht Du Dir für 2015?

Die vergangenen anderthalb Jahre haben mir und meiner Familie allerhand abverlangt, und die Auswirkungen sind immer noch zu tragen. Ich wünschte mir, dass uns einmal eine kleine Auszeit von solchen Problemen gegönnt wäre. Ich wäre jedenfalls froh, wenn nichts Neues dazu käme.

9.    Welche Blogs inspirieren Dich?

Oh, das ist eine schwere Sache! Zwei Blogs habe ich ja schon erwähnt, dazu kommen in puncto Fotografie du, Andrea, Karin/Tausendschön und Rosenrot, Lotta/ Lotta liebt blau.  Sprachlich die „Degen kreuzen“ mag ich mit Sarah HideawayFriederike/LandLebenblog & Frau Malzahn/Grazerlei, und den Blog „42553 Neviges“ von Norbert Molitor lese ich wegen seiner lakonischen Art gerne.
Ja, und dann gibt es noch eine ganze Reihe Blogs aus dem Rheinland, die mir von daher was bedeuten, und den Blogkontakt zur  alten Heimat über Pamylotta – ich habe immer viel zu lesen, jeden Tag.
Manchmal inspirieren mich Bloggerinnen auch zu Reisen, wie damals Barbara/e.rlesen.e jahreszeiten zu unserer Reise nach Hamburg und Simone/Prachmais zu der an den Niesen, der inzwischen mein Lieblingsberg ist:


10.    Wenn keiner hinsieht, dann 

...bohre ich in der Nase, leider, eine schlimme Angewohnheit. Aber ich kriege die nur sehr schwer frei. Hier in der Kölner – Bonner Bucht herrscht ein für die Atemwege stressiges Klima.
Ich bin froh, dass ich in diesem Winter – mangels Kontakt mit Schulkindern – noch keinen Schnupfen bekommen habe. Denn das ist für mich immer eine ganz schlimme, zu oft verkomplizierte Krankheit. Und keiner bedauert einen dabei.



11.    Was willst du unbedingt noch lernen? Und warum hast du es noch nicht getan/gelingt es dir noch nicht?


Ich möchte noch gerne Noten lesen bzw. vom Blatt singen können. Doch ich habe auf diesem Gebiet so überhaupt kein Zutrauen, denn ich hatte einen katastrophalen Musiklehrer, der mir zum Beispiel auch Beethoven total verleidet hat. Mein Mann würde es mir gerne beibringen, aber ich gebe bisher immer wieder auf. Dabei bin ich sonst so ein geborener Autodidakt....



Wie immer in dieser Blogvorstellungsreihe habe ich Astrid gebeten, eine elfte Frage für die Bloggerin zu formulieren, die im April hier zu Gast sein wird.

Astrid:  Findest du es wichtig, auf deinem Blog gesellschaftspolitische Fragen anzusprechen und dich darüber mit deinen Lesern auszutauschen? 

Ich hoffe, Ihr habt beim Lesen eine vergnügliche Zeit gehabt. Dann könnt Ihr ja gleich bei "Le Monde de Kitchi" vorbei schauen, was es Neues gibt.